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Haus & Garten
02.11.2021

Baum des Jahres 2022: Die Rotbuche

Die Rotbuche ist Baum des Jahres 2022. Foto: Hubertus Schwarzentraub/Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Die häufigste Laubbaumart Deutschlands hat unzählige Facetten

Am 28. Oktober 2021 war es wieder so weit: Im Forstamt Reinhausen bei Göttingen wurde der „Baum des Jahres 2022“ ausgerufen. Und zwar vom Deutschen Baumkönig Nikolaus Fröhlich. Dieser wird, nachdem er Botschafter der Stechpalme, dem „Baum des Jahres 2021“, war, nun für ein Jahr Botschafter der Rotbuche sein. Schirmherr ist Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats e. V.

„Baumschutz ist Bürgerpflicht!“ - so steht es auf der Webseite des Vereins Baum des Jahres e. V. geschrieben. Und so wird im Jahr 2022 der Fokus auf die Rotbuche Fagus sylvatica gerichtet, um auf ihre Besonderheiten aufmerksam zu machen. Für Deutschlands häufigsten Laubbaum ist es nach 1990 sogar das zweite Mal, dass er den Titel „Baum des Jahres“ verliehen bekam. Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung, erklärt, warum: „Die Buche hat zwei wichtige Botschaften in Zeiten klimatischer Veränderungen und extremer Wetterereignisse – und deshalb haben wir uns dafür entschieden, die Art ein zweites Mal zu wählen.“ 

Klimaveränderungen sorgen für Trockenheit und Schäden 

Eigentlich haben Buchen in Deutschland optimale Wachstumsbedingungen. Sie können jahrzehntelang im Schatten großer Waldbäume ausharren, bevor sie in Führung gehen. Die letzten Jahre mit extremen Temperaturen sind jedoch auch an dieser wichtigen Baumart nicht spurlos vorübergegangen. Vielerorts kam es zu einem flächigen Absterben von Buchenbeständen. „Die letzten Jahre haben allen Wald-, Stadt- und Parkbäumen stark zugesetzt. Auch der Zustand der Altbuchen ist kritisch.“, so Stefan Meier. „Dass sogar Buchen so unter den letzten Jahren der Trockenheit und Schäden gelitten haben, schockiert mich als Förster.“

Die gute Nachricht ist aber, dass die Prognosen für junge Bäume besser aussehen. So haben laut Andreas Roloff, Professor für Forstbotanik an der TU Dresden und Mitglied im Jahresbaum-Kuratorium, erste Untersuchungen an Jungwüchsen gezeigt, dass die Buche fähig ist, mit Klimaveränderungen umzugehen.

Die vielen Facetten der Rotbuche

Dass die „Mutter des Waldes“, wie die Buche im Volksmund genannt wird, mehr als ein Problemfall oder eine Baumart unter vielen ist, davon ist der wiedergewählte Deutsche Baumkönig Nikolaus Fröhlich überzeugt. In seinem Amt möchte er die Faszination für die Rotbuche entfachen. Denn erwähne man die Buche, erschienen umgehend Bilder in den Köpfen sowie unterschiedliche Assoziationen und Gefühle. So bilden sich zum Beispiel widerstreitende Lager um alte Buchenbestände, Baumartenanteile und wertvolle Biotope. Anderen kommen Leimbindebalken aus kleinen Buchenstäbchen oder sauber geschichtete Brennholzstapel in den Sinn. Woran die Wenigsten denken: Die im Sommer allgegenwärtigen Eisstiele und all die anderen Alltagsgegenstände, die aus dem rötlichen Buchenholz hergestellt werden. „Am Ende ist die Buche all das – die häufigste Laubbaumart Deutschlands mit unzähligen Facetten. Ich freue mich darauf, im kommenden Jahr so viele wie möglich davon zu entdecken und zu beleuchten“, so Fröhlich.

Der Verein Baum des Jahres

Der Verein Baum des Jahres e. V. wurde im Jahr 1972 von Dr. Silvius Wodarz gegründet. Bis 1999 hieß er noch Umweltschutzverein Wahlstedt und war eine der frühen deutschen Umweltorganisationen. In der Debatte um das sogenannte „Waldsterben“ entstand 1983 zunächst die Aktion „Rettet den Wald“. Angeregt durch andere Aktionen wie „Vogel des Jahres“ kam Wodarz auf die Idee, jedes Jahr eine Baumart besonders herauszustellen. Der erste „Baum des Jahres“ war 1989 die Stieleiche. Der gemeinnützige Förderverein wird von seinen Mitgliedern getragen und finanziert die Herstellung von Informationenmaterialen und -medien rund um den jeweiligen Jahresbaum. Mehr Informationen gibt es unter https://baum-des-jahres.de.

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