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Haus & Garten
29.07.2015

Miniermotten an Lebensbaum und Wacholder

Gelbbunte Thujen sind ein Blickfang im Garten. Foto: Klaus Margraf

Braune Zweige oder Triebspitzen durch Minierfraß

Braune Zweige und Triebspitzen an Lebensbaum und Wacholder werden nicht nur, wie oft vermutet, durch Frostschäden oder Krankheiten hervorgerufen. Bei der Diagnose solcher Schäden ist hier ebenso an die Folgen eines Minierfraßes von Raupen zu denken. Das Auftreten der Schädlinge ist nicht regelmäßig gleich stark. So kann nach vielen Jahren eines geringeren Auftretens örtlich wieder ein verstärkter Befall zu beobachten sein.

Braune und gelbe Zweigteile am Lebensbaum

Im Frühjahr findet man an den Gehölzen braun verfärbte Phyllokladien oder völlig verbräunte Schuppenzweige. Zumeist wird der Schaden aber erst ab Mai durch Vergilben der Zweigpartien von der Spitze her auffällig. Bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass das Pflanzengewebe zwischen oberer und unterer Epidermis völlig weggefressen ist. Wenn man diese Zweige gegen das Licht hält, sind Miniergänge und gegebenenfalls die bis zu drei Millimeter großen Räupchen der Lebensbaum-Miniermotte (Argyresthia thuiella) zu sehen. Damit ist eine Verwechselung mit Frost- und Trockenschäden oder Krankheiten ausgeschlossen. Die Raupen verpuppen sich Ende Mai/Anfang Juni in den Miniergängen, sodass eine Verwechselung mit der Wacholder-Miniermotte, die auch am Lebensbaum auftritt aber eine andere Lebensweise hat, nicht möglich ist. Die Lebensbaum-Miniermotte befällt vorrangig Thuja occidentalisT. plicata, und Sorten von Chamaecyparis lawsoniana.

Die weißlich-gelben Schmetterlinge fliegen von Mitte Juni bis Juli und legen ihre Eier an den Triebspitzen der betreffenden Gehölze ab. Nach dem Schlupf beginnen die Jungraupen im August mit dem Minierfraß, der auch in milden Wintern anhält. Den eigentlichen Schaden erkennt man aber erst im Frühjahr, wenn sich die ausgefressenen Gehölzteile verfärben.

Mit einem regelmäßigen Heckenschnitt und sofortigem Entfernen des Schnittguts aus dem Garten wird eine gewisse mechanische Bekämpfung erreicht. Bei notwendig werdenden chemischen Behandlungen gibt der amtliche Pflanzenschutzdienst Hinweise zur Auswahl der geeigneten marktüblichen Präparate.

Wacholder mit verbräunten Triebspitzen

Die Triebspitzen einzelner Wacholderarten verbräunen mehrere Zentimeter lang. Diese Schäden sind scharf zum gesunden Gewebe abgegrenzt. An dieser Stelle ist dann meist ein rundes Loch im Zweig zu finden. Die verbräunten Triebspitzen brechen leicht ab. Im Inneren sind die Larven der Wacholder-Miniermotte (Argyresthia trifasciata)

oder zumindest noch deren Kotreste zu erkennen. Dadurch ist eine Verwechslung mit Frostschäden oder einem Krankheitsbefall beispielsweise durch Kabatina thujae auszuschließen. Mehrjährig andauernder Befall kann zum teilweisen Absterben der Gehölze führen.

Von Juniperus chinensis ist Befall an mehreren Sorten bekanntgeworden. Weniger befallen werden J. sabina und J. virginiana. In Frankreich und in der Schweiz wurden andere Wacholderarten, sowie Zypressen (Cupressus sp.) und Thuja plicata befallenHierzulande ist die Wacholder-Miniermotte noch an Chamaecyparis lawsoniana ‘Alumii’ und Thuja occidentalis beobachtet worden.

Die Miniermotten fliegen nachts zwischen Mitte Mai und Anfang Juni. Die Eier werden zwischen die Blattschuppen der Triebe abgelegt. Nach drei bis vier Wochen schlüpft die Raupe, die zur Triebspitze wandert und sich dort einbohrt. Von einer Raupe, die anfangs einen Millimeter lang und gelblich gefärbt ist, später fünf bis acht Millimeter groß wird und sich dunkelgrün färbt, werden mehrere Triebspitzen ausgehöhlt. Im November/Dezember wandern die Raupen am Trieb abwärts, um sich an der braunen Rinde unter abstehenden Schuppen in einem Kokon einzuspinnen. Nach dem Überwintern verpuppen sie sich im Frühjahr.

Zur Befallskontrolle ist während der Flugzeit tagsüber an den Gehölzen zu rütteln. Die Motten fliegen dann nur kurz auf und setzen sich sofort wieder nieder. Bei notwendig werdenden direkten Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Miniermotten, ist möglichst vor deren Eiablage, der Rat eines Pflanzenschutzdienstes einzuholen, um die geeigneten Präparate zum biologisch günstigsten Zeitpunkt einzusetzen.

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